Weihnachtsbäume für Afghanistan
von Ricardo
Die Bundeswehr kümmert sich um die Moral ihrer Truppe. Nur so ist es zu erklären, dass von Deutschland aus insgesamt 180 Weihnachtsbäume nach Afghanistan geflogen werden.
Es sind jedoch keine künstlichen Weihnachtsbäume, die auch in den folgenden Jahren aufgestellt werden könnten, falls unerwarteter Weise auch Weihnachten 2008 noch deutsche Soldaten dort stationiert sind. Es sind echte deutsche Wohnzimmer-Weihnachtsbäume die da um die Welt reisen.
Aber auch echte deutsche Wohnzimmer-Weihnachtsbäume reichen anscheinend zur Festigung der zerbrechlichen Moral nicht aus. Da muss schon was größeres [Wortspiel-Alarm!] Heer. Bis zu 6 Meter (vereinzelt sogar mehr als 6 Meter) lang sind die Bäume, die dieser Tage per Militärfracht-Flieger verladen wurden! Sie wiegen zusammen mehr als 6 Tonnen.
Der Steuerzahler zahlt allein für Luftfracht 60.000 US-Dollar. Nicht einberechnet ist der Preis für die Bäume selbst, der Aufwand für die Besorungen der Bäume, den Baumschmuck und den Verwaltungskosten, die so etwas verursacht.
Notiz an mich: 60.000 US-Dollar und die paar anfallenden Mehrkosten sind wirklich unbedeutend. Darum ist das auch den Medien keine Erwähnung wert.
Ich frage mich manchmal, wie die Bundeswehr noch so alles Geld ausgibt und wie das in der Öffentlichkeit ankäme.
Kommentare
Nun gut, ich kann´s ja verstehen: Da halten unsere Jungs am Hindukusch ihre stahlhelmbewehrten Köpfe hin, damit wir hier in Frieden und Freiheit leben können. Gönnen wir ihnen also die paar Bäume, da wächst ja schliesslich nichts…ausser Mohn (wobei einige veredelte Endprodukte dieser Pflanze ja auch ein nettes Geschenk darstellen könnten, den Weihnachtsbaum könnte man dann halluzinieren). Und dort könnte man so etwas ja dann quasi zum Erzeugerpreis im “factory outlet” erwerben.
Aber warum müssen diese Bäume 6 Meter hoch sein ? Nun mal ehrlich, bessere Zielpunkte (vor allem, falls sie auch noch illuminiert werden) kann ich mir kaum vorstellen. Zumal das deutsche Standardarmeezelt selten höher als 2,50m ist. Diese Bäume ragen also erheblich über unsere Armeelager hinaus. Dies tun die Fahnenmaste zwar auch, selbige haben aber nur einen geringen Umfang und sind daher schwerer anzuvisieren.
Ich vermute mal, dass allein die Verwaltungskosten die 60 TEUR Flugkosten erheblich übersteigen. Und wie schaut es übrigens mit den Kosten für eine umweltgerechte Entsorgung der 180 Bäume aus ? Einfach so verbrennen geht nach deutschem Recht schliesslich nicht ! Ein Fall für Sigmar Gabriel (den er natürlich vor Ort untersuchen muss).
Aber stimmt, im Vergleich zum jährlichen Etat des Bundesverteidigungsministeriums ist dies hier wirklich nur eine Petitesse…
Antonia Rados, übernehmen Sie… ;-))