Metaphorische Informatiker
von Ricardo
Zunächst: Ich prangere die Verschlagwortung und sinnlose Veranglizismung der BWL/Informatik an. Pauschal! Sie ist quatsch.
Heute habe ich aber ein schönes Schlagwort aufgeschnappt. Es ist zwar auch quatsch, aber metaphorisch: Es heißt Orchestrierung.
Die Orchestrierung dient dazu Geschäftsprozesse optimal durch die ablaufbezogene Kombination einzelner Anwendungsprogramme zu verbinden. Durch dieses Verfahren können zusammengesetzte Webservices definiert und mehrere bestehende Webservices zu einem wiederverwendbaren Geschäftsprozess kombiniert werden
[quelle]
Orchestrierung meint also das, wonach es klingt.
Kommentare
was ist daran schlimm? Was hat der Begriff Orchestrierung mit Anglizismus zu tun?
Klar, in meinem DA-Kapitel zu Enterprise Application Intergration und Service Orientated Architecture schaltet mein Word schon mal auf die angelsächsische Rechtschreibeprüfung um. Aber Orchestrierung klingt recht deutsch. Besonders der substantivierte Stil mit dem Suffix “ung” törnt mich so richtig an. Das klingt so schön nach Beamten-deutsch: “Die Vornehmung einer Blog-Eintragung setzt keinerlei Planung voraus.”
Ich glaub es gibt schlimmere Anglizismen als die Orchestrierung (die meiner Meinung nach gar keine ist). Nett wären ein paar Kommentare mit weiteren abstrusen Wörtern.
Auch die Lateinisierung kommt in Diplomarbeiten gut. So weist die Taxonomie im Bereich Migration folgende Besonderheiten auf …
Die Definition ist schon sehr schön. Gerade in der IT werden solche Begriffe sonst schnell überladen. Beispielsweise ist inzwischen überhaupt nicht mehr klar, was denn ein Webservice ist. Ein ebensolches überladenes Sammelsurium ist SOA selbst. Jini ist auch SOA und damals gab es gerade einmal Gedanken an serviceorientierte Systeme.
So what, in 5 Jahren ist das sowieso alles vergassen, weil die nächsten 3 Hypes durch Dorf getrieben wurden.